Projekt

PRIVATRAUM

Stuttgart, 2021

PrivatRaum – Kunst im Leerstand

Mit dem Projekt „PrivatRaum“ wird eine lange leerstehende Wohnung im Stuttgarter Westen temporär zum Ausstellungs- und Wirkungsraum für interdisziplinäre Kunst. Wo einst gewohnt, gelebt und geschlafen wurde, treten nun künstlerische Interventionen in Dialog mit dem Ort – und mit seinem Leerstand.

Die ehemals private Wohnung, mit all ihren Gebrauchsspuren, Zwischenzuständen und renovierungsbedürftigen Ecken, wird bewusst nicht überformt, sondern als Teil der Ausstellung verstanden. In Badezimmer, Küche, Schlafzimmer und Wohnzimmer entfalten sich Rauminstallationen, Performances, Wandmalereien, Schauspiel und Klangkunst – jede künstlerische Arbeit reagiert auf den Ort, seine Geschichte und seine gegenwärtige Leerstelle.

„PrivatRaum“ macht ungenutzten, privaten Wohnraum sichtbar und zugänglich – und stellt damit auch eine Frage an unsere urbane Gegenwart: Wie viele Räume stehen leer, während anderswo Raum fehlt? Was passiert, wenn der Wohnraum nicht mehr als Funktionseinheit, sondern als Resonanzraum verstanden wird?

Die Wohnung wird so zum Gegenbild des klassischen Museumsraums – intim, unfertig, fragmentarisch. Besucher:innen bewegen sich durch ehemals bewohnte Räume und begegnen Kunst nicht in der Distanz des White Cubes, sondern inmitten des Alltäglichen, des Persönlichen, des Provisorischen.

Ein Ort zwischen Vergangenheit und Möglichkeit, zwischen Nutzung und Bedeutungsverschiebung – ein PrivatRaum, der Kunst und Stadtgesellschaft neu miteinander verbindet.

In Zusammenarbeit mit Michaela Finkbeiner.