Projekt

MEHR KUNST GELD

Stuttgart, 2025

Mehr Kunst Geld – Eine Auktion gegen den Kunstmarkt

Was ist Kunst wert? 10.000 Euro? 100? Oder nur ein Schulterzucken?
Mit ihrem Projekt „Mehr Kunst Geld“ stellt die Künstlerin Marie-Louise Villing diese Frage nicht nur – sie schreit sie förmlich in den Raum, packt ihre Malereien, Druckgrafiken und Zeichnungen zusammen und verkauft sie… für fast nichts. Öffentliche Auktion, alles muss raus. Und das ist wörtlich zu nehmen: Alle Werke wurden verkauft, der Andrang war enorm. Schnäppchenjagd trifft Kunstbetrieb.

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Doch wer hier an Selbstaufgabe denkt, liegt falsch. Es geht um Kritik. Denn was passiert, wenn eine Künstlerin Mutter wird und nicht die Zeit hat, sich kunstmarktkonform in Szene zu setzen? Wenn Galerie-Deals ausbleiben, während Windeln gewechselt werden? Wenn der Lebenslauf keine Kunstpreis-Inflation aufweist, sondern echte Lücken – voll mit echter Care-Arbeit?

„Mehr Kunst Geld“ stellt genau das in Frage: Wer bestimmt den Preis von Kunst – und wem steht der Markt offen? Villing wirft sich selbst und ihr gesamtes Werk auf den Altar des Auktionstisches, nicht aus Verzweiflung, sondern als bewusster Akt der Befreiung. Sie löst sich von allem, was war – mit einem Augenzwinkern und einer ironischen Geste in Richtung eines Markts, der Kunst vor allem dann liebt, wenn sie männlich, jung, ungebunden und bestens vernetzt ist.

Das Projekt ist nicht nur ein Schlussstrich, sondern ein Neuanfang. Eine radikale, fast absurde Abrechnung mit Wert, Sichtbarkeit und Erwartung. Und gleichzeitig: eine Einladung, Kunst anders zu denken.

Mehr Kunst. Weniger Geld. Oder vielleicht umgekehrt?

 

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